TSG Radsportler wieder in den Französischen Alpen

13 Radsportler – die meisten davon Mitglieder der TSG Helberhausen – bzw. Kollegen der SMS group – unternahmen jetzt bei herrlich heiß-warmem Alpenwetter ihren diesjährigen Jahresausflug. Nachdem wir bereits 2015 mit dem Col de Vars, Col d’Izoard, Col du Lautaret und Col du Galibier einige legendären Alpen-Pässe der Tour de France bezwungen hatten, wurde jetzt Teil 2 dieser Expedition in die Tat umgesetzt.

Und es wurde einfach zu einem sensationelles Erlebnis – zum einen, weil das Wetter mehr als gepasst hat – zum anderen, weil wir eine Supertruppe waren, die toll zusammen gefahren ist und die (Hitze- und Höhen)-Strapazen gemeinsam ausgestanden hat.

Schon am ersten Tag (Mittwoch) wurden – nach 8stündiger Anfahrt ins frz. Départment Savoyen zum Hotel in der Nähe von St. Jean de Maurienne – am frühen Nachmittag die ersten Höhenmeter an der schwindelerregenden Schnörkelstraße ab Montvernier zum Col de Chaussy (1.533 m) und anschließendem schweißtreibenden Aufstieg zum Col de la Madeleine (2.000 m) als „Warmfahreinheit“ genutzt. Tagesbilanz: 66 km / 2.150 hm.

Am Donnerstag stand dann der lange geplante Klassiker auf dem Programm: Erfolgte zunächst noch per Auto die 20 km Auffahrt zum Col du Glandon (1.924 m) ging es von hier aus auf dem Rad erst mal talabwärts, vorbei an den imposanten Stauseen Lac de Grand Maison und Lac du Verney in Richtung Allemont nach Le Bourg d’Oisans. Und dann lagen sie vor uns: die 21 nummerierten und mit Etappensiegern gekennzeichneten Serpentinen der 13 km langen und steilen Auffahrt zum Kult-Tour de France-Zielort Alpe d’Huez (1.850 m). Hier angekommen – unterbrochen von zahlreichen Foto-Shootings – genossen wir das bunte Treiben auf der Zielgeraden bei Cola und Café au Lait. Die Rückfahrt bei Temperaturen bei weit über 30 Grad war nicht minder anstrengend: über die wunderschöne Panorama-Höhen-Straße „Route de la Confession“ führte diese Bergetappe zurück über die Südseite des Col de la Croix de Fer bis zu unserem Startpunkt am Lac de Grand Maison bzw. zum Col du Glandon. Stolze Tagesbilanz: 92 km / 2.400 hm.

Doch das sollte nicht der Höhepunkt gewesen sein: Stand doch am heißen Freitag der nächste Klassiker mit der steilen Auffahrt der Nordseite zum Col du Glandon (1.924 m) und weiter zum Col de la Croix de Fer (2.047 m) mit herrlichem Blick auf den weißen Berg (Mont Blanc) auf dem Zettel. Anschließend ging es auf der Nordseite des Croix de Fer zunächst über Saint-Jean-d’Avres auf ca. 1.200 m hinunter bis zum Abzweig und erneutem 400 hm Anstieg auf den Col du Mollard (1.638 m). Hier oben erwartete uns bei sommerlich heißen Temperaturen mit dem Gipfel-Freibad im Dörfchen Aiguilles eine wahrlich erfrischende Bade-Überraschung. Die heiße, rasende Abfahrt zurück nach St-Jean-de Maurienne mit Kaffeepause auf dem Marktplatz rundete dann diesen erlebnisreichen Tag ab. Tagesbilanz: 73 km / 2000 hm.

Am Samstag folgte dann die Königsetappe auf einem Abschnitt der Tour-Etappe vom 26. Juli dieses Jahres. Nach knapp einstündiger Autoanfahrt starteten wir die Auffahrt zum zweithöchsten befahrbaren Alpenpass – dem Col de l’Iseran auf 2.770 m. Christian und Felix starteten schon ab Modane (1.057 m) und fuhren auf der Original-Tour-Etappe aufwärts über Monteé d’Aussois (1.467 m) in Richtung Lanslebourg-Mont-Cenis (1.400 m). Ab hier stieg der Rest der Gruppe ebenfalls in den Sattel. Zunächst war neben einer ungeplanten zusätzlichen Umleitung auf der Anfahrt zum Mont-Cenis der knackige Anstieg zum „kleinen“ Col de la Madeleine (1.692 m) zu bewältigen. Bei herrlicher Aussicht kurbelten wir weiter durch das Tal der Arc in Richtung Bessans. Nach einer kurzen Brunnenrast in Bonneval-sur-Arc (1.790 m) ging es dann nur noch steil bergauf: Waren alle bisher gefahrenen Pässe mit bis zu 13% nicht nur steil und lang, war der Col de l‘Iseran (2.770 m) auch der höchste und landschaftlich schönste Punkt unseres Ausflugs. Dafür belohnten wir uns auf der Passhöhe umgeben von Schneefeldern (aber auch zahlreichen Motorradfahrern) mit einer herrlichen Alpenkulisse und kühlen Getränken. Die rasende Abfahrt zurück nach Bonneval und zum Startpunkt nach Lanslebourg bei ausgiebiger Rast und französischen Spezialitäten war dann der Lohn für die fast 70 bzw. 120 km lange Tagesausfahrt. Tagesbilanz 70 bzw. 120 km / 1.600 bzw. 2.200 hm.

Alle waren sich schon vor der Rückfahrt am Sonntag einig: das waren anstrengende, aber unvergessene und erlebnisreiche Tage. Das ganze riecht nach einer dritten Auflage, ist aber schwer zu toppen. Wir lassen die tollen Eindrücke erst mal sacken und werden dann für 2020 eine neue Herausforderung suchen.

29.06.19 – Col de l’Iseran
https://connect.garmin.com/modern/activity/3799028017

28.06.19 – Col du Glandon / Col de la Croix de Fer und Col du Mollard
https://connect.garmin.com/modern/activity/3799027879

27.06.19 – zur Alpe d’Huez und zurück zum Col du Glandon
https://connect.garmin.com/modern/activity/3799027742

26.06.19 – Mont Vernier, Col du Chaussy und Col de la Madeleine
https://connect.garmin.com/modern/activity/3799027623

Weitere Details – siehe:
https://www.radsport-rennrad.de/race/alpe-dhuez-tour-de-france-geschichte-daten-fakten/